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Reality-Check der Nationalen Wasserstoffstrategie

von Daniel Dantine, Bernd Weber, Robin Reh

Studie zu den erforderlichen Rahmenbedingungen für Deutschlands Industrie zur Implementierung der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung

In der Nationalen Wasserstoffstrategie legte die Bundesregierung 2020 fest, grünen Wasserstoff als Schlüsseltechnologie für die Energiewende zu etablieren. Stand jetzt verwenden die Unternehmen grünen Wasserstoff allenfalls in Pilotanlagen. Warum? Was sind die Hürden für ein flächendeckendes Ausrollen der Wasserstoff-Technologie in der Industrie? Diese Studie geht diesen Fragen nach mithilfe von qualitativen Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmer von energieintensiven Industrien.

Die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft kann nur gelingen, wenn die Politik die richtigen Bedingungen setzt. Nur mit ihnen können die erforderlichen Investitionen getätigt, zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und das Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial realisiert werden - bei gleichzeitigem Erhalt der Industriestruktur.

Deutschlands Unternehmen sind hierfür in einer guten Ausgangslage. Sie sind stark aufgestellt, was die Forschung und Entwicklung von Spitzentechnologie sowie den Anlagen- und Maschinenbau angeht. Die Transformation der energieintensiven Industrien in Richtung klimaneutrale Produktion mit Wasserstofftechnologien hat allerdings noch nicht vollumfänglich begonnen. Es erfolgen derzeit in erster Linie Investitionen in Pilotanlagen.

Warum ist dem so? Was sind die Hürden für den Hochlauf von Wasserstoff im deutschen Industriesektor? Mit qualitativen Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der energieintensiven Industrie wurde diesen Fragen nachgegangen. Zudem wurden auch weitere relevante Akteure entlang der Wertschöpfungskette in Bezug auf den Einsatz von grünem Wasserstoff befragt.

 

Die Hauptergebnisse unserer Studie sind:

  • Die Rahmenbedingungen für die Umstellung auf Wasserstofftechnologien im industriellen Maßstab sind für Industrieunternehmen aktuell nicht gegeben.
  • Die meisten der genannten Investitionshürden können durch politisch-regulatorische Maßnahmen überwunden werden, dazu müssen aber wichtige Weichenstellungen auf dem Weg zu einem sich selbsttragenden Wasserstoffmarkt getroffen werden.
  • Die besondere Herausforderung besteht im sogenannten Henne-Ei-Problem: Beim Aufbau einer deutschen Wasserstoffindustrie bedarf es des gleichzeitigen Hochlaufs von Angebot, Nachfrage und Infrastruktur.

 

Die Studie wurde in Zusammenarbeit EPICO KlimaInnovation erstellt. Sie können die gesamte Studie hier als PDF lesen.

 

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