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Länderberichte

Mexiko 2022: Kein Ausweg aus der Krise in Sicht

von Ing. Hans-Hartwig Blomeier, Laura Philipps

Anhaltende Ungewissheit durch die Covid-19-Pandemie

Eine anhaltende Pandemie mit immer tiefer greifenden Folgen für das Wohlergehen einer Mehrheit der mexikanischen Bevölkerung, heftige Angriffe von Regierungsseite auf autonome Institutionen des politischen Systems, eine sich stets verschlechternde interne Sicherheitslage, außenpolitische Konflikte: Das Panorama zum Anfang des Jahres in Mexiko ist alles andere als vielversprechend. Zur Hälfte der Amtszeit des Präsidenten Andres Manuel López Obrador (AMLO) stehen seine Versprechungen von Veränderungen der sog. „Vierten Transformation“ (Cuarta Transformación, 4T) in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Mexikos im Gegensatz zur Realität und werden durch die Verlängerung der Pandemie verschärft. Zudem stehen am 5. Juni 2022 in sechs Bundesstaaten Gouverneursposten zur Wahl, deren Ergebnisse den Verlauf der nächsten drei Jahre im Hinblick auf die politische Zukunft des Landes sowie die im Jahr 2024 bevorstehenden Präsidentschaftswahlen sehr deutlich beeinflussen werden.

Ein schwieriger Start ins neue Jahr

Das Jahr 2022 beginnt in Mexiko, wie auch überall auf der Welt, mit einer neuen, noch ansteckenderen Welle von Covid-19. In den letzten Wochen wurde der Anstieg der Fälle in den offiziellen Zahlen immer sichtbarer. Im Januar war ein Rekord von 51.000 Fällen an einem Tag verzeichnet worden, was die höchste Infektionszahl in den letzten Monaten gewesen war. Derzeit liegen die täglichen Infektionen bei etwa 25.000 und die Todesfälle bei etwa 745 pro Tag[1]. Schaut man sich die landesweite Verteilung an, so bilden sich immer mehr gelb- und orangegefärbte Bundesstaaten[2] ab. Auch die Hauptstadt Mexiko-Stadt, die sich bislang im semáforo verde (Grün) befand, befindet sich nun im semáforo amarillo (Gelb). Der Präsident Andrés Manuel Lopez Obrador (AMLO) wurde ebenfalls vor kurzem zum zweiten Mal positiv auf das Virus getestet – und das am selben Tag, an dem er,  wie üblich,  ohne Maske zu seiner täglichen Konferenz (mañanera) erschien.

Die Informationslage in Mexiko bleibt weiterhin unzuverlässig und deshalb sind die offiziellen Infektionszahlen bzw. die Todeszahlen nur bedingt glaubwürdig. Mittlerweile verzeichnet das Land offiziell 310.627 Todesopfern, die Dunkelziffer wird allerdings auf ein 4-fach Höheres geschätzt. Die Impfkampagne kommt nach wie vor nur langsam voran: Mexiko hat bisher 170.203.675 Dosen des Covid-Impfstoffes verabreicht (Stand 10.02.2022), wobei nur knapp unter 60 % der Bevölkerung vollständig (2x) geimpft sind.

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Dimitri della Faille / flickr / CC BY-NC 2.0
11. Juni 2021
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