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„Georgien ist aktiv auf dem Weg nach Europa“

Der georgische Staatspräsident S.E. Dr. Giorgi Margwelashwili über die Fortschritte seines Landes

25 Jahre Unabhängigkeit feiert das Land dieses Jahr, und hat dabei ganz besondere Beziehungen zu Deutschland. Georgien will Teil der europäischen Familie werden, sagte der Staatspräsident von Georgien, S.E. Dr. Giorgi Margwelashwili, bei seinem Besuch in der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die deutsch-georgischen Beziehungen seien etwas ganz besonderes. Nicht nur habe Deutschland Georgien nach dessen Unabhängigkeitserklärung 1991 als erstes Land anerkannt und eine Botschaft eröffnet. S.E. Dr. Giorgi Margwelashwili lobte auch die technische, wirtschaftliche und politische Unterstützung durch Deutschland. Europa und insbesondere die deutsche und die griechische Kultur übten einen großen Einfluss auf ihn aus, sagte der studierte Philosoph Margwelashwili in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dr. Gerhard Wahlers, Stellvertretender Generalsekretär und Leiter Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung, begrüßte den Staatspräsidenten und wies daraufhin, dass „er wie kaum ein anderer den europäischen Weg Georgiens mitgestaltet hat.“

Ein starker Staat in der Region

Und auch deswegen verwundert es nicht, wenn Margwelashwili mit Nachdruck betonte: „Georgien ist aktiv auf dem Weg nach Europa.“ So hätte sein Vorgänger beharrlich versucht, ihr Land näher an die Europäische Union zu bringen mit dem Ziel, Teil der europäischen Familie und der euroatlantischen Allianz zu werden. Diese Ausrichtung sei nicht nur auf der höchsten politischen Ebene angesiedelt, sondern auch in der Kultur des Landes, bei den Menschen. „Georgien präsentiert sich heute als starker Staat in der Region“ und könne als Bindeglied zwischen Europa und Asien fungieren: „Diese Verbindung kann Lösungen und Chancen bieten für dutzende Länder auf der europäischen und der asiatischen Seite“, so Margwelashwili.

Auch Russland würde von einem EU-nahen Georgien profitieren

Der Blick des Staatspräsidenten richtete sich jedoch nicht nur auf die europäischen Zukunftsperspektiven. Er kritisierte die russische Politik in der Region und insbesondere in Südossetien, das nach dem Kaukasuskrieg 2008 seine Unabhängigkeit erklärte. Für Margwelashwili ist nach wie vor ein Teil seines Landes besetzt. Dennoch setze er auf Dialog: „Wir wollen die Russische Föderation zu einem vernünftigen Dialog bringen“, auch wenn das nicht einfach ist, sagte Margwelashwili. Für ihn sei es unverständlich, warum Russland Georgien nicht näher an der EU sehen wolle: Schließlich würde auch Russland von einem gedeihenden, wohlhabenden Georgien profitieren und: „Georgien ist keine Bedrohung für Russland.“ Ganz im Gegenteil: Georgien trage zu mehr internationaler Sicherheit bei und beteilige sich beispielsweise an der ISAF-Mission in Afghanistan.

Harte Arbeit an einer demokratischen Gesellschaft

Nachdem sein Land lange Zeit zum russischen Imperium gehört hatte und siebzig Jahre Teil der Sowjetunion gewesen war, entwickle es nun demokratische Prozesse und Institutionen, berichtete Margwelashwili. Stolz ist er auf die Fortschritte: Die Menschen arbeiten hart an einer demokratischen und freien Gesellschaft, Georgien ist „ein Erfolgsfall“.

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Berlin Deutschland