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Veranstaltungsberichte

Präsentation der Pilotstudie „Biram Hrvatsku“: Returning emigrants as an opportunity for Croatia’s development

von Juro Avgustinović
Am 27. Mai 2026 fand in Zagreb in Zusammenarbeit zwischen dem KAS-Auslandsbüro Kroatien-Slowenien und dem Institut für Sozialwissenschaften Ivo Pilar die Präsentation der Pilotstudie "Biram Hrvatsku – a policy measure supporting return migration and development in Croatia's lagging regions" statt. Die Veranstaltung brachte Vertreter staatlicher Institutionen, der Wissenschaft, des diplomatischen Korps, des kroatischen Arbeitsamtes, der regionalen und lokalen Selbstverwaltung sowie Experten aus den Bereichen Demografie, Migration und Arbeitsmarktentwicklung zusammen.

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Die Veranstaltung wurde mit Begrüßungsworten von Dr. Ivan Hrstić, stellvertretender Direktor des Instituts Ivo Pilar, und Dr. Norbert Eschborn, Direktor des KAS-Auslandsbüros Kroatien-Slowenien, eröffnet. Beide betonten, dass Auswanderung, demografischer Rückgang und die Alterung der Gesellschaft zu den größten Herausforderungen des heutigen Kroatiens zählen, insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Regionen des kontinentalen Teils des Landes. Vor diesem Hintergrund komme Maßnahmen wie Biram Hrvatsku besondere Bedeutung zu, da sie darauf abzielen, die Rückkehr kroatischer Auswanderer zu fördern und durch Selbstständigkeit sowie unternehmerische Initiativen zur Revitalisierung lokaler Gemeinschaften beizutragen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Tatsache gelegt, dass Kroatien in den letzten Jahren einen bedeutenden migrationsbedingten Wandel durchläuft – von einem Land mit ausgeprägter Auswanderung hin zu einem Staat, der gleichzeitig mit Arbeitskräftemangel und zunehmender Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte konfrontiert ist. In diesem Zusammenhang gewinnt die Rückkehr kroatischer Staatsbürger aus dem Ausland zusätzlich an strategischer Bedeutung für die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die langfristige demografische Stabilität.

Im Rahmen des Vortrags Fostering return migration and development in Croatia´s lagging regions - The policy perspective stellte Ivan Vidiš, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Rentensystem, Familie und Sozialpolitik, die Ziele und Maßnahmen der aktiven Beschäftigungspolitik der Regierung vor. Die Maßnahme Biram Hrvatsku bezeichnete er als eines der zentralen Instrumente, mit denen die Regierung Selbstbeschäftigung, Arbeitskräftemobilität und die Rückkehr kroatischer Bürger aus dem Ausland unterstützt. Er wies darauf hin, dass Kroatien zwar positive wirtschaftliche Entwicklungen verzeichne, zugleich jedoch mit einem erheblichen Arbeitskräftemangel in zahlreichen Sektoren konfrontiert sei. Daher seien politische Maßnahmen zur Rückkehr von Auswanderern, Investitionen in regionale Entwicklung sowie die Verknüpfung wirtschafts- und demografiepolitischer Ansätze von besonderer Bedeutung. Die Maßnahme biete finanzielle Unterstützung für Rückkehrer und Personen, die sich in weniger entwickelten Regionen niederlassen und dort ein eigenes Unternehmen gründen. Zugleich betonte er die Herausforderungen der Umsetzung sowie die langfristige Perspektive dieser Politik als Investition in die Revitalisierung der Regionen und die Stärkung des Arbeitsmarktes.

Die wissenschaftliche Perspektive der Pilotstudie präsentierte Dr. Caroline Hornstein Tomić, wissenschaftliche Beraterin am Institut Ivo Pilar. Sie stellte die Ergebnisse der Untersuchung unter Nutzern der Maßnahme vor und hob insbesondere die demografische Krise Kroatiens sowie die negativen Entwicklungen in sog. „lagging regions“ hervor – Regionen, die von Depopulation, wirtschaftlichem Rückstand und anhaltender Abwanderung betroffen sind. Die Daten zeigten, dass wirtschaftliche Gründe, insbesondere die Suche nach besseren Lebensbedingungen, sichereren Arbeitsverhältnissen und beruflichen Perspektiven die Hauptmotive für Auswanderung darstellen. Gleichzeitig verdeutliche die Studie, dass Migrationserfahrungen häufig zu neuen Kompetenzen, beruflichen Erfahrungen, sozialen Netzwerken und Kapital führen, die bei der Rückkehr in lokale Gemeinschaften eingebracht werden können. Besonders betont wurde, dass Rückkehrer nicht nur finanzielles Kapital, sondern auch sogenanntes „soziales und immaterielles Kapital“ mitbringen – darunter Wissen, Geschäftsideen, Arbeitskultur, internationale Erfahrungen und gesellschaftliche Innovationen. Diese Ressourcen können einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung lokaler Gemeinschaften leisten. Analysiert wurden insbesondere die Gespanschaften Osijek-Baranja, Sisak-Moslavina und Brod-Posavina als besonders stark von Abwanderung und Depopulation betroffene Regionen. Zugleich wurden administrative Hürden, Anpassungsschwierigkeiten, finanzielle Unsicherheit und herausfordernde Geschäftsbedingungen als zentrale Probleme der Rückkehr identifiziert, während familiäre Gründe, Lebensqualität, Zugehörigkeitsgefühl und unternehmerische Möglichkeiten als wichtigste Rückkehrmotive genannt wurden.

Auch Staatssekretär Mladen Barać vom Ministerium für Demografie und Einwanderung sprach über Strategien zur Förderung der Rückkehr der kroatischen Diaspora. Er stellte Maßnahmen zur demografischen Erneuerung, zur Stärkung der Bindung zur Auslandsdiaspora sowie zur Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen für Rückkehrmigrationen vor. Dabei betonte er die Bedeutung ressortübergreifender Zusammenarbeit sowie die Notwendigkeit, wirtschaftliche und lebensweltliche Bedingungen in weniger entwickelten Regionen nachhaltig zu verbessern.

Im abschließenden Panel diskutierten neben den Staatssekretären Vidiš und Barać auch die Gespanin der Gespanschaft Osijek-Baranja, Nataša Tramišak, die stellvertretende Direktorin des Kroatischen Arbeitsamtes Ivana Mehle sowie Ana Budimir Župić von der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Zagreb. Aus unterschiedlichen institutionellen Perspektiven wurden Erfahrungen aus der Umsetzung der Maßnahme, erzielte Ergebnisse, Herausforderungen für Rückkehrer sowie aktuelle migrations- und demografische Trends in Kroatien erörtert. Ebenso wurden zukünftige Entwicklungsperspektiven der Maßnahme Biram Hrvatsku sowie die Notwendigkeit einer stärkeren institutionellen Unterstützung für Rückkehrer und Unternehmer in strukturschwachen Regionen diskutiert.

Die Präsentation der Pilotstudie zeigte deutlich, dass Rückkehrmigration zu einem der zentralen Entwicklungsfelder des heutigen Kroatiens geworden ist. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Maßnahmen wie Biram Hrvatsku einen wichtigen Schritt zur Verbindung von demografischer Erneuerung, wirtschaftlicher Entwicklung und regionaler Revitalisierung darstellen. Für nachhaltige Ergebnisse seien jedoch langfristige, koordinierte und sektorübergreifende Politiken erforderlich, die stabile Lebens-, Arbeits- und Rückkehrbedingungen für kroatische Bürger schaffen.

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Kontakt Dr. Norbert Eschborn
Dr. Norbert Eschborn
Leiter Auslandsbüro Kroatien und Slowenien
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