Nach der Ankunft begann zunächst eine Rundfahrt mit einem Bus über das Werftgelände. Während der Fahrt wurden verschiedene Produktions- und Arbeitsbereiche vorgestellt. Zu sehen waren unter anderem Bereiche, in denen fertige Schiffe aus den Hallen zu Wasser gelassen werden, sowie ein im Bau befindliches Versorgungsschiff für die Bundesmarine. Zudem wurde die Bedeutung der Stadt Papenburg und ihrer maritimen Tradition erläutert.
Im weiteren Verlauf erhielten die Teilnehmenden zahlreiche Informationen über die Struktur und Arbeitsweise der Werft. Die Meyer Werft beschäftigt mehrere tausend Mitarbeitende, darunter überwiegend Facharbeiterinnen und Facharbeiter im technischen und handwerklichen Bereich sowie Ingenieurinnen und Ingenieure. Besonders hervorgehoben wurden die modernen Produktionsverfahren und technischen Anlagen der Werft. Die Werft verfügt beispielsweise über eines der modernsten Laserzentren Europas, in dem Stahlplatten millimetergenau bearbeitet werden. Ein Großteil des verwendeten Stahls stammt aus Danzig in Polen.
Während der Führung wurden außerdem verschiedene Bauteile eines Kreuzfahrtschiffes gezeigt, darunter Schornsteine, Rohrleitungssysteme und große gelbe Stahlblöcke mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen. Die Teilnehmenden erfuhren, dass viele Schiffsteile parallel gefertigt werden, um die Bauzeit möglichst effizient zu gestalten. Rohrleitungen werden beispielsweise im sogenannten Rohrzentrum mithilfe computergestützter Planung vorbereitet und anschließend zusammengesetzt.
Darüber hinaus wurde erklärt, dass die fertigen Schiffe über die Ems in die Nordsee verschifft werden. Aufgrund des begrenzten Platzes soll das Betriebsgelände der Meyer Werft künftig erweitert werden. Auch Themen wie zertifizierte Entsorgung, Sicherheitsmaßnahmen und medizinische Versorgung auf dem Werftgelände wurden angesprochen. Für Notfälle stehen unter anderem zahlreiche Feuerwehrkräfte bereit.
Anschließend besuchte die Gruppe das Besucherzentrum beziehungsweise Museum der Meyer Werft statt. Dort sahen die Teilnehmenden zunächst einen Film mit dem Titel „Symphonie der Meere“, in dem die Bedeutung von Harmonie und Zusammenarbeit beim Bau eines Kreuzfahrtschiffes thematisiert wurde. Danach wurde die Geschichte der Meyer Werft vorgestellt. Besonders interessant war die Entwicklung vom ursprünglichen Familienbetrieb hin zu einem international tätigen Unternehmen. Zudem wurde erläutert, wie die Werft im Laufe ihrer Geschichte vom Holz- zum Stahlbau wechselte und trotz schwieriger Zeiten, etwa während und nach den Weltkriegen, weiter wachsen konnte.
Im Vortrag wurde außerdem auf internationale Geschäftsbeziehungen eingegangen. Die Werft erhielt beispielsweise Großaufträge aus Russland und Indonesien. Heute stammen viele Kundinnen und Kunden vor allem aus den USA. Neben klassischen Kreuzfahrtschiffen baut die Meyer Werft auch moderne Schiffe mit Diesel- und Elektroantrieb. Dabei spielen innovative Technologien wie POD-Antriebe eine wichtige Rolle, die eine bessere Steuerung und Manövrierfähigkeit ermöglichen.
Besonders beeindruckend waren die Dimensionen der Schiffe. Es wurde erklärt, dass manche Kreuzfahrtschiffe so groß sind, dass ein Flugzeugträger daneben kaum sichtbar wäre. Auch die größte überdachte Schiffbauhalle der Welt befindet sich auf dem Gelände der Meyer Werft. Zudem wurde der enorme technische Aufwand deutlich: Für die Herstellung einer einzelnen Kabine werden beispielsweise etwa 20 Stunden benötigt. Besonders erstaunlich war auch die Information zur AIDAnova: Das Befüllen des großen LNG-Tanks kostet rund eine halbe Million Euro.
Während der gesamten Veranstaltung beteiligten sich die Teilnehmenden aktiv mit Fragen und persönlichen Erfahrungen. Einige berichteten davon, bereits selbst auf Schiffen gereist zu sein, die von der Meyer Werft gebaut wurden. Dadurch entstand ein lebendiger Austausch zwischen Vortragenden und Zuhörenden.
Die Exkursion vermittelte einen umfassenden Einblick in die moderne Schiffbauindustrie sowie die wirtschaftliche und technische Bedeutung der Meyer Werft für die Region und den internationalen Markt.
Topics
Provided by
Politisches Bildungsforum BremenAbout this series
The Konrad-Adenauer-Stiftung, its educational institutions, centres and foreign offices, offer several thousand events on various subjects each year. We provide up to date and exclusive reports on selected conferences, events and symposia at www.kas.de. In addition to a summary of the contents, you can also find additional material such as pictures, speeches, videos or audio clips.