Autorinnen und Autoren: Felix Hellmann und Paulina-Sophie Vergöls
Mittwochmorgen, 10:00 Uhr im Bayerischen Landtag: Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung treffen Landtagsabgeordnete Jenny Schack. Sie berichtet von Gründerzentren in Bayern, in denen neue Technologien innerhalb weniger Monate einsatzreif werden, während ein Gesetz, das ihren Einsatz regelt, oft Jahre braucht. Eine Frage verbindet dabei jeden Termin dieser Seminarwoche: Ist die neue Technik eine Chance für eine bessere und moderne Gesellschaft – oder eine Gefahr für das, was unsere Gesellschaft „eigentlich“ leisten kann?
Die Antwort fällt von Tag zu Tag anders aus. Beim Auftaktvortrag zum digitalen Humanismus warnt Klaus Staudacher vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation vor Algorithmen, die Entscheidungen übernehmen, die einmal allein Menschen vorbehalten waren – und macht zugleich Mut: Wer die Technik versteht, kann sie gestalten, statt ihr ausgeliefert zu sein.
Beim Fachgespräch mit Oliver May-Beckmann, Geschäftsführer des Mobilitätscluster MCube, klingt das ähnlich. Er zeigt, wie Reallabore und Simulationen den Verkehrswandel beschleunigen können, wenn Technik, Gesellschaft und politische Umsetzbarkeit zusammenfinden. Genau da liegt der Fortschritt, der sie von anderen unterscheidet: Ideen wie selbstfahrende Autos werden real erprobt, etwa auf dem Oktoberfest, und dabei laufend Daten gesammelt, statt sie nur fiktiv zu simulieren.
Am nächsten Tag stehen die Stipendiatinnen und Stipendiaten selbst vor den Maschinen: Im Workshop zur Geriatronik und bei der Führung durch die Robotik-Ausstellung führen Miriam Voß und Anna-Lena Kämper vor, wie digitale Assistenzsysteme älteren Menschen Selbstständigkeit zurückgeben. Die Medizinethikerin und KAS-Fellow Prof. Dr. Alena Buyx betont jedoch: Technische Lösungen werfen ethische Fragen auf, die keine Maschine allein beantworten kann – das bleibt Aufgabe der Politik und Gesellschaft.
Am Ende der Seminarwoche hat sich die Ausgangsfrage leicht gewandelt. Sie lautet nicht mehr, ob der Prototyp schneller ist als das Gesetz. Sondern ob Politik und Gesellschaft bereit sind, die Innovationen schnell genug zu verstehen und mitzugestalten, bevor die Technik ohne sie entscheidet.
Leitung: Susanna Vogt
Anlass: Seminar der Begabtenförderung „Technik und Politik – Innovationen und ihre Implikationen“
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Division Scholarship and CultureAbout this series
The Konrad-Adenauer-Stiftung, its educational institutions, centres and foreign offices, offer several thousand events on various subjects each year. We provide up to date and exclusive reports on selected conferences, events and symposia at www.kas.de. In addition to a summary of the contents, you can also find additional material such as pictures, speeches, videos or audio clips.