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"Der Mittelstand braucht neue Finanzierungsmodelle"

Berliner Unternehmer und Politiker diskutierten über die Zukunftssicherung mittelständischer Unternehmen

Das aktuelle Mittelstandsforum der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin fragte nach den Verbesserungen der Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand und nach der Zukunftssicherung mittelständischer Unternehmen. Unter der Moderation von Marie-Luise Dött MdB, Mitglied des Bundesvorstandes der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, diskutierten Hartmut Schauerte MdB, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU Nordrhein-Westfalen, der Wirtschaftsingenieur Martin Högl, Investment Performance Service, und der Bankkaufmann Klaus Löwe, Thales Information Systems GmbH/EuroFinanceConsult.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Schauerte bezeichnete es als einen Kernbereich christdemokratischer Wirtschafts-, Finanz- und Arbeitsmarktpolitik, dem Mittelstand zukunftsfähige Lösungen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Verbesserung seiner Finanzierungssituation zu geben. Die Voraussetzung für eine zukunftssichere Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen sei die Überwindung ihrer derzeitigen Eigenkapitalschwäche. Die Hauptfinanzierungsquelle für den Mittelstand sei die Einbehaltung von Gewinnen im Unternehmen. Nur durch mutige Reformen in allen Bereichen der Wirtschafts-, Finanz-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik könne es gelingen, die Innenfinanzierungsmöglichkeiten zu verbessern. Dabei müsse der anhaltenden Trend zu steigender Steuer- und Abgabenlast dauerhaft gebrochen werden. "Ohne einen konjunkturellen Aufschwung und neue Freiräume für wirtschaftliche Dynamik", so Schauerte weiter, "kann der Mittelstand keine solide Eigenkapitalbasis erreichen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und in neue Arbeitsplätze und Technologien zu investieren. Eine so gestärkte Eigenkapitalbasis verbessert zugleich die Möglichkeit, Fremdkapital kostengünstig aufzunehmen." Die Beschaffung von Fremdkapital durch Kredite der Hausbanken werde neben der Innenfinanzierung auch in Zukunft tragende Säule der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland bleiben. Aufgabe der Politik sei es, sich bei den Basel-II-Verhandlungen und der späteren Umsetzung in europäisches und nationales Recht für die angemessene Berücksichtigung der Besonderheiten des deutschen Mittelstands einzusetzen, eine Neuausrichtung des förderpolitischen Instrumentariums unter Beibehaltung des erfolgreichen Hausbankenprinzips auf den Weg zu bringen und alternative Finanzierungsinstrumente zu fördern.

Auch Klaus Löwe ging auf die Umsetzung von Basel II ein. Vielen Unternehmern erschiene es so, als ob Basel II und das dazugehörige Unternehmens-Rating nahezu unüberbrückbare Hürden aufbauten. Dies sei aber nicht der Fall. "Denn jeder Unternehmer", so Löwe, "sollte von sich aus ein ureigenstes Interesse daran haben, dass sein Unternehmen betriebswirtschaftlich und finanzwirtschaftlich ausgezeichnet geführt wird; hiermit wird er die Hürde erfolgreich überspringen."

Nach Meinung des Unternehmensberaters Martin Högl müsse die Eigenkapitalkraft des Mittelstands gestärkt werden. Da sich die vorhandenen Modelle zur Einbringung von Eigenkapital als nicht effizient herausgestellt hätten, könnten nur alternative Finanzierungsformen für ein Mittelstandswachstum und damit Wirtschaftswachstum in Deutschland sorgen. Zu den neuen Modellen gehöre insbesondere das sogenannte "Kraftwerk Mittelstand", mit dem Eigenkapital in Form eines Finanzprodukts für Wachstumsinvestitionen erschlossen werden soll. Mittelstand sei als Motor wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland möglich. Für Högl reichen die Potenziale des Mittelstands für ein neues deutsches Wirtschaftswunder aus. Dazu müsse sich der deutsche Mittelstand auf seine Stärken im europäischen Kontext konzentrieren und das vorhandenes Wissen besser in wirtschaftlichen Erfolg umgesetzt werden.

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Berlin Deutschland