Gespräch

Libanon: Zerreißprobe zwischen Flüchtlingsansturm, Syrien-Konflikt und innenpolitischer Krise

Vortrag von S.E. Fuad Siniora Premierminister a.D. des Libanon
Vor dem Hintergrund der europäischen und deutschen Dimension der Flüchtlingskrise stehen bei der Veranstaltung die erschwerten Rahmenbedingungen im Fokus, mit denen sich der Libanon als Hauptaufnahmeland von Flüchtlingen konfrontiert sieht.

Details

Der Libanon ist seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs Aufnahmeland von mehr als 1,2 Millionen Flüchtlingen. Ungefähr ein Drittel seiner Bevölkerung sind daher bereits Flüchtlinge während neue Flüchtlingsströme Tag für Tag in das Land kommen, sodass das Land mittlerweile an die Grenzen seiner Kapazitäten stößt. Ebenso sehen sich die staatlichen Institutionen des Libanon und zivilgesellschaftliche Gruppen vor der Herausforderung, wachsendes soziales, ethnisches und religiöses Konfliktpotential zwischen Flüchtlings- und Aufnahmegesellschaft zu entschärfen. Zudem sieht sich der Zedernstaat mehr und mehr der sicherheitspolitischen Bedrohung durch den angrenzenden Syrienkonflikt und einer hiervon ausgehenden Konfessionalisierung der Region ausgesetzt.

Hierzu kommt eine andauernde innenpolitische Krise. In den stockenden Verhandlungen über die Wahl eines neuen Präsidenten haben sich die beiden großen politischen Lager seit Mai 2014 immer weiter voneinander entfernt. Ausgelöst durch die „Müllkrise“ gingen zuletzt Zehntausende Libanesen im Protest gegen die politischen Parteien und den Stillstand des parlamentarischen Systems auf die Straße.

Vor dem Hintergrund der europäischen und deutschen Dimension der Flüchtlingskrise stehen bei der Veranstaltung die erschwerten Rahmenbedingungen im Fokus, mit denen sich der Libanon als Hauptaufnahmeland von Flüchtlingen konfrontiert sieht. Diese machen eine entschiedene Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und Deutschlands zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vor Ort und zur langfristigen Eindämmung von Fluchtursachen in der Region insgesamt notwendig.

Fuad Siniora, sunnitischer Muslim, und derzeit stv. Vorsitzender der Partei Future Movement studierte an der American University of Beirut Business Administration und arbeitete u.a. für die Citibank und die libanesische Zentralbank. Er diente später als Minister in fünf aufeinanderfolgenden Kabinetten (1992-2004) unter Rafik Hariri und von 2005 bis 2009 als Premierminister des Libanon.

Die Veranstaltung wird simultan deutsch-englisch gedolmetscht.

Hinweis:

Bitte melden Sie Ihre Teilnahme über den folgenden Onlinelink an. Bitte vergessen Sie nicht, vor Ort bei der Anmeldung in der Akademie einen Lichtbildausweis vorzulegen.

Programm:

Begrüßung

Dr. Hans-Gert Pöttering

Präsident des Europäischen Parlaments a.D. / Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

Vortrag

S.E. Fuad Siniora

ehem. Premierminister des Libanon / Vorsitzender Future Movement

Anschließende Diskussion

Moderator:

Peter Rimmele

Leiter KAS-Länderbüro Libanon u. KAS-Rechtstaatsprogramm Naher Osten

Schlusswort

Dr. Gerhard Wahlers

Stellvertretender Generalsekretär / Leiter Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit, KAS

Empfang und Eröffnung der Ausstellung Ganz nah aber weit genug - Flüchtlinge im Libanon

Die Fotoausstellung ist ein Kooperationsprojekt des KAS-Auslandsbüros Libanon mit der Journalistischen Nachwuchsförderung (JONA) der Stiftung. Fotografiert und konzipiert wurde die Ausstellung von zehn Stipendiaten, die am Rande ihrer Medientrainings vor Ort Flüchtlingslager besucht und mit Politikern, Vertretern der Zivilgesellschaft und Journalisten gesprochen haben.

Ganz nah aber weit genug - der Trailer

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Veranstaltungsort

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Tiergartenstr. 35,
10785 Berlin
Deutschland
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Kontakt

Dr. Malte Gaier

Dr

Leiter des Auslandsbüros Libanon | Kommissarischer Leiter des Auslandsbüros Syrien/Irak

Malte.Gaier@kas.de +961 1 388 095/6
S.E. Fuad Siniora, Premierminister a.D. des Libanon | Foto: wikimedia

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