Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 5. Oktober 1980 war nicht nur für die Unionsparteien und ihren Kanzlerkandidaten, den CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, ernüchternd, sondern auch für Bundeskanzler Helmut Schmidt und die SPD/FDP-Koalition. Die SPD hatte an Stimmen verloren, die FDP durch Zweitstimmen aus dem Lager der Union um 2,7 Prozent zugelegt, was sie nach Einschätzung Kohls, dessen Autorität in seiner Doppelrolle von Partei- und Fraktionsvorsitz größer denn je war, zu einem „gefährlichen Koalitionspartner“ für die SPD machte.
Tatsächlich schien nach „miserablem Start“ der Koalition und bei wachsenden Differenzen eine Koalitionsveränderung während der 9. Legislaturperiode möglich. Doch Kohl schwor seine Partei auch auf die Kärrnerarbeit der Opposition für vier volle Jahre ein. Sie sollte mit „Gelassenheit und Zuversicht“ eine Politik aus einem Guß vertreten und mit dem Anspruch auf geistig-politische Führung eine Wende der deutschen Politik erreichen. Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit der Regierung und den zunehmend zerstrittenen Koalitionsparteien waren die schlechte Wirtschaftslage, die wachsende Arbeitslosigkeit, die Probleme der Energieversorgung und der Haushaltskonsolidierung sowie die Verschärfung des Ost-West-Konflikts, ja die Sicherheitspolitik insgesamt, vor allem die Behandlung des in der SPD höchst umstrittenen NATO-Doppelbeschlusses von 1979.
Niederlagen der Koalitionsparteien bei Landtagswahlen führten schließlich zum Koalitionsbruch und zum Ende der Regierung Schmidt. Am 1. Oktober 1982 erreichten Kohl und die Union ihr Ziel der Regierungsübernahme durch ein konstruktives Mißtrauensvotum und gingen angesichts der vorgefundenen „blanken Notlage“ mit einem Dringlichkeitsprogramm daran, die in der Opposition entwickelten Grundsätze und Lösungsvorstellungen in die Praxis umzusetzen.
Themen
Über diese Reihe
In der Reihe „Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte“ veröffentlicht das Archiv für Christlich-Demokratische Politik seit 1980 wissenschaftliche Studien zur Christlichen Demokratie, Darstellungen zur Geschichte der Bundesrepublik und der CDU sowie Biographien wichtiger Repräsentanten. Zu den 50 bisher erschienen Büchern zählen auch Quelleneditionen, wie Protokolle von Parteigremien oder Tagebücher von einflussreichen Politikern. Die Publikationen sind im Buchhandel erhältlich.
Bestellinformationen
Verlag
Droste Verlag GmbH
ISBN
978-3-7700-1924-3
Erscheinungsort
Düsseldorf
Seitenzahl
XLIX, 1144 Seiten