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Veranstaltungsberichte

Industriestandort Deutschland

Zukunft durch Technologie, Investitionen und Erneuerung

Im Seminar „Industriestandort Deutschland – Zukunft durch Technologie, Investitionen und Erneuerung“ vom 14.–18. Juni 2026 in Cadenabbia diskutierten die Teilnehmenden mit Expertinnen und Experten über die Zukunft der deutschen Industrie. Im Mittelpunkt standen die industrielle Transformation, technologische Innovationen, die Fachkräftesicherung sowie die internationalen Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg.

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Wie steht es um die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland? Dieser Frage widmete sich das mehrtägige Seminar in Cadenabbia aus unterschiedlichen wirtschaftlichen, technologischen und politischen Perspektiven. Deutlich wurde dabei vor allem eines: Die Herausforderungen sind groß, die Potenziale jedoch ebenfalls.

 

Den Einstieg in die Tagung gestaltete Claudia Buhl von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH mit einem Überblick über die aktuelle Situation der deutschen Industrie. Neben hohen Energiepreisen, zunehmendem internationalen Wettbewerbsdruck und dem Mangel an qualifizierten Fachkräften thematisierte sie insbesondere die starke Abhängigkeit Deutschlands von importierten Rohstoffen. Gleichzeitig verwies sie auf die Chancen neuer Zukunftsbranchen. So entwickelten sich insbesondere die Bereiche GreenTech, Künstliche Intelligenz und Mikroelektronik zu wichtigen Wachstumstreibern. Deutschland verfüge über die technologischen Voraussetzungen, um in diesen Feldern eine führende Rolle einzunehmen. Entscheidend sei nun, vorhandene Strategien konsequent umzusetzen und Innovationen schneller in die Praxis zu überführen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den tiefgreifenden Transformationsprozessen innerhalb der Industrie. Buhl verdeutlichte, dass industrielle Erneuerung weit über technologische Innovationen hinausgehe und ebenso wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Veränderungen umfasse. Anhand verschiedener Zukunftsbranchen wurden Chancen und Hemmnisse diskutiert. Besonders intensiv beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Frage, wie Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Künstliche Intelligenz stärken kann und welche Voraussetzungen notwendig sind, um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen.

Auch die regionalen Auswirkungen des Strukturwandels wurden betrachtet. Anhand aktueller Analysen zeigte Claudia Buhl, dass sich die Herausforderungen und Entwicklungschancen in den deutschen Industrieregionen sehr unterschiedlich darstellen. Deutlich wurde, dass erfolgreiche Transformation nicht allein durch Förderprogramme erreicht werden kann, sondern die Akzeptanz und Mitwirkung der Menschen vor Ort erfordert. Datenbasierte Instrumente bieten dabei wichtige Orientierung für Politik und Wirtschaft.

 

Die Zukunft der Industrie hängt jedoch nicht nur von Technologie und Investitionen ab, sondern ebenso von den Menschen, die sie gestalten. Norbert Theihs vom Verband der Chemischen Industrie beleuchtete die Herausforderungen der Fachkräftesicherung am Beispiel der Chemie- und Pharmabranche. Neben dem demografischen Wandel bereiten insbesondere das sinkende Interesse an MINT-Fächern sowie der zunehmende Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte Sorgen. Als zentrale Handlungsfelder wurden Investitionen in Bildung, Weiterbildung und die Gewinnung internationaler Fachkräfte benannt.

Darüber hinaus widmete sich Theihs der Rohstoff- und Energieversorgung als entscheidenden Faktoren industrieller Wettbewerbsfähigkeit. Gerade für energieintensive Branchen seien bezahlbare Energiepreise und eine verlässliche Versorgung unverzichtbar. Die Diskussionen zeigten, dass die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie grundsätzlich möglich ist, gleichzeitig aber erhebliche Investitionen und langfristig stabile Rahmenbedingungen voraussetzt.

 

Den internationalen Blick auf den Industriestandort Deutschland eröffnete Klemens Kober von der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Er analysierte die zunehmenden Herausforderungen im Welthandel, die wachsende Bedeutung protektionistischer Maßnahmen sowie die Folgen geopolitischer Spannungen für exportorientierte Unternehmen. Besonderes Augenmerk lag auf den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und den Auswirkungen der US-Zollpolitik. Dabei wurde deutlich, wie wichtig verlässliche internationale Rahmenbedingungen für Investitionen und wirtschaftliche Planungssicherheit sind.

 

Insgesamt zeichnete das Seminar ein vielschichtiges Bild der Zukunft des Industriestandorts Deutschland. Die Diskussionen machten deutlich, dass technologische Innovationen, qualifizierte Fachkräfte, eine sichere Energieversorgung und internationale Wettbewerbsfähigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der Referenten und den intensiven Austausch der Teilnehmer entstand ein facettenreicher Blick auf die Chancen und Herausforderungen der industriellen Transformation.

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