Analysen und Argumente

Regionale Vielfalten vor der Bundestagswahl 2021

von Sabine Pokorny

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist der Frage nachgegangen, welche regionalen Unterschiede es bezüglich der Nähe zu und Ablehnung von Parteien gibt. Zeigen sich regionale Hochburgen? Zusätzlich wird die Verteilung des politischen Raumes untersucht. Sind manche politischen Orientierungen in einzelnen Regionen stärker ausgeprägt als in anderen? Wo leben besonders viele oder wenige politikverdrossene Menschen?
Traditionell wird die Nähe zu einer Partei mit der sogenannten Parteibindung oder Parteiidentifikation erhoben. Obwohl sich das Konzept der Parteibindung seit Langem bewährt hat, besitzt es doch einige Schwächen. Zum einen lässt das Konzept nur die Bindung an eine einzige Partei zu. Mehrfachbindungen, die durchaus denkbar und sogar wahrscheinlich sind, können nicht erfasst werden. Zum anderen kann nur eine positive, aber keine negative Identifikation gemessen werden.

Es ist aber durchaus denkbar, dass die Wahlentscheidung ebenfalls durch die starke Ablehnung einer Partei beeinflusst wird. Daher hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ein neues Konzept entwickelt und die Nähe zu und Ablehnung von Parteien mit der Frage erhoben, wie sehr man die jeweilige Partei mag, ablehnt oder ihr gleichgültig gegenübersteht.

Auf diese Weise ist es jedem und jeder Befragten möglich, die Nähe zu einer oder mehreren Parteien, die Ablehnung von einer oder mehreren Parteien sowie die Gleichgültigkeit gegenüber einer oder mehreren Parteien zu äußern.

Die Ergebnisse der Erhebung sind:
Die CDU erfreut sich in den meisten Regionen weit verbreiteter Beliebtheit mit zwei besonderen regionalen Hochburgen in Bayern und Baden-Württemberg. Die Nähe zur CSU beschränkt sich hingegen recht eindeutig auf Bayern.

Zur SPD gibt es eine grundsätzliche Nähe mit einzelnen Beliebtheitsspitzen in den meisten Bundesländern.
Auch Die Grünen weisen insgesamt eine hohe Beliebtheit auf. Ihre regionalen Hochburgen liegen allerdings, abgesehen von Berlin, alle in den westdeutschen Bundesländern.

Zur FDP gibt es nur eine geringe Nähe. Sie liegt in ihren Beliebtheitswerten deutlich hinter Union, SPD und den Grünen mit nur vereinzelten Regionen mit etwas größerer Nähe.

Bei der Linken zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Insgesamt ist Die Linke in den westdeutschen Ländern wesentlich weniger beliebt als in den ostdeutschen Ländern, mit Ausnahme der Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Teilen Nordrhein-Westfalens.

Deutschlandweit am geringsten ausgeprägt ist die Nähe zur AfD, die gleichzeitig flächendeckend von allen Parteien am stärksten abgelehnt wird.

Bei der Politikverdrossenheit und den Fragen nach Steuern versus Sozialstaat bzw. Klimaschutz versus Wirtschaftswachstum gibt es nur geringe regionale Unterschiede. Bei der Frage, ob Zuzug von Ausländern erschwert oder erleichtert werden sollte, zeigt sich vor allem in Teilen Sachsens und Thüringens eine restriktivere Haltung als in anderen Regionen.

Lesen Sie die gesamte Studie hier als PDF.
Ansprechpartner

Dr. Sabine Pokorny

Dr

Abteilung Wahl- und Sozialforschung

sabine.pokorny@kas.de +49 30 26996-3544
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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über Analysen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu relevanten aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen eigener und externer Expertinnen und Experten vor, bieten Kurzanalysen von rund fünf Seiten und nennen KAS-Ansprechpartnerinnen.